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Wandern auf die Zugspitze, an einem Tag!

von Sebastian

In einem Tag auf die Zugspitze ohne einen Klettersteig zu benutzen oder die Seilbahn nach oben zu nehmen? 

Ja das geht! 

Durch das Reintal führt der längste Weg auf die Zugspitze. Wandern auf die Zugspitze an einem Tag ist möglich!

Inhalt

Übersicht: Wandern auf die Zugspitze

Anreise & Parken

Der Ausgangsort für die längste Route auf die Zugspitze, ist das Olympia Skistadion in Garmisch-Partenkirchen. Dieses erreichst du ab München in etwas mehr als 1 Stunde mit dem Auto. Mit der Bahn erreichst du Garmisch-Partenkirchen in 1,5 Stunden ab München. Von dem Hauptbahnhof geht es mit dem Bus zum Olympiastadion weiter. Wenn du mit dem Auto angereist bist, kannst du hier parken. Dies kostet für den gesamten Tag 2,5€ und für 2 Tage 4€ wenn du die Tour auf mehrere Tage aufteilen möchtest. Aktuelle Preise findest du hier.

Wandern auf die Zugspitze: Die Route durch das Reintal

Es ist empfehlenswert, sehr früh zu starten, wenn du die Tour an einem Tag absolvieren möchtest. Ich bin um 4 Uhr morgens losgelaufen.

Von der Partnachklamm bis zur Bockhütte

Vom Parkplatz des Skistadions führt der asphaltierte Weg zunächst zu dem Eingang der Partnachklamm wo das Eingangstor auf dich wartet. Dieses sollte geöffnet sein, um den Weg durch die Klamm für Wanderer nicht zu versperren. Falls du möchtest, kann auch der Weg über die eiserne Brücke genommen werden. Für mich geht es durch die enge Klamm an tosenden Wasserfällen vorbei immer weiter Richtung Reintal. Leider kann man früh morgens die Aussicht nicht genießen, da es noch dunkel ist. Achte auf die niedrige Höhe der Tunnel, da es im Dunkeln schnell passieren kann, dass du dir den Kopf anhaust. Stirnlampe* nicht vergessen ;).

Nach der Klamm folgst du der Beschilderung Richtung Partnachalm. Hier steigt der Weg ein kurzes Stück an, bis du die Partnachalm 200 Meter weiter oben erreicht hast. Auch diese hat bei einem frühen Start noch geschlossen.

Hinterklamm der Partnach
Die Hinterklamm im Reintal.

Du lässt die Partnachalm rechts liegen und folgst der Ausschilderung weiter Richtung Reintal. Nun beginnt ein lang gezogenes Stück bis zur Bockhütte. Folge circa 2 Stunden lang breiten Wald- und Forstwegen. Dabei näherst du dich wieder der Partnach. Kurz bevor du die Bockhütte erreichst, kann die Hinterklamm bewundert werden. Dies ist ein eher unbekannter Teil der Partnachklamm. Auch hier hat sich die Partnach über die Jahrtausende durch das Wettersteingebirge gefressen und so spannende Felsformationen geschaffen.

Der Weg geht wieder ein paar Höhenmeter herab und du stehst um Ufer des Flusses. An dieser Stelle ist er eher breit. Nicht so eng wie in der Klamm. Bis zur Bockhütte ist es nun nicht mehr weit.

Auf dem Weg zur Reintalangerhütte

Auch diese sollte noch geschlossen sein. Nach einer kurzen Rast geht es weiter durch das Reintal immer an der Partnach entlang. Der Weg ist mal nah, mal etwas höher des Flusses gelegen. Teilweise zieht er sich durch märchenhafte Waldstücke, wo der gesamte Boden mit Moos bewachsen ist. Auf diesem Teilstück werden ungefähr 300 Höhenmeter zurück gelegt. Die nächste bewirtschaftete Hütte ist die Reintalangerhütte. Bei dieser angekommen hast du die Gelegenheit dich zu erfrischen und die Waschräume aufzusuchen. Auch zur Übernachtung kann sie genutzt werden, wenn du die Tour auf mehrere Tage aufteilst. Hierfür musst du allerdings früh genug reservieren. Die Plätze sind beliebt. Von der überdachten Terrasse bietet sich dir ein schöner Blick direkt auf die Partnach und auf die andere Talseite mit beeindruckenden Felsformationen.

Viele Höhenmeter bis zu Knorrhütte

Du bist nun am hinteren Reintal angekommen und der Talkessel schließt sich langsam, während nun mehr als 680 Höhenmeter bis zu Knorrhütte auf dich warten. Die Landschaft ändert sich ab diesem Punkt rasant. Die Baumgrenze wird überschritten und du stehst in einer kargen surrealen Berglandschaft. Wandern auf die Zugspitze entwickelt sich ab hier zum richtigen Abenteuer. Spätestens jetzt muss die Sonnencreme* bemüht werden. 50+ ist zu empfehlen. Nacken und Waden nicht vergessen. Steil geht es enge Wanderpfade hinauf zu einem Geröllfeld. An diesem angekommen musst du dir deinen eigenen Weg bahnen. Einen ausgetretenen Pfad gibt es hier nicht. 

Blick zurück von der Knorrhütte

Nach etlichen sich lang ziehenden Höhenmetern erreichst du die Knorrhütte. Nun sollte es um die Mittagszeit sein. Hier kann gemütlich auf der Terrasse gesessen werden. Die Aussicht ist gewaltig! Auch diese Hütte kann zur Übernachtung genutzt werden und so die Tour auf bis zu drei Tage verlängert werden. Ebenfalls ist eine frühzeitige Reservierung sinnvoll. 

Das Besondere an dieser Hütte ist, dass alles, was du zu essen, und trinken bekommst, mit dem Hubschrauber herauf gebracht werden muss. Mit etwas Glück bekommst du dies auch mit. Nix ahnend saß ich auf der Terrasse und plötzlich kam ein Hubschrauber von der österreichischen Seite über den Kamm geflogen. Die Wirte kamen heraus gelaufen und haben alle Gäste energisch gebeten alle losen Gegenstände von Bierzeltgarnitur über Essenskarten und Sonnenschirme festzuhalten. Nach einer großzügigen Runde des Helikopters näherte er sich und landete neben der Hütte. Da wurde auch klar, warum alles festgehalten werden musste …

Der Gletscher ist nah - Auf dem Weg zum Sonnalpin

Nachdem alle das Spektakeln verfolgt hatten, beruhigte sich die Lage schnell und ich machte mich mit einer neuen Sturmfrisur auf den weiteren Anstieg auf die Zugspitze. Von der Knorrhütte sind es noch mehr als 900 Höhenmeter auf die Zugspitze, die 2962 Meter hoch ist. Langsam steigst du über enge gewindete Pfade weiter Richtung Zugspitze. Nach einiger Gehzeit kommst du in dem Bereich des Skigebiets an. Je nachdem wie früh du im Bergsommer unterwegs bist, triffst du hier noch auf Schnee. Auf diesem kühlen sich die Schaffe gerne ab. Weiter geht der Weg Richtung Sonnalpin. Dort angekommen bietet sich dir ein wunderschöner Blick über das Skigebiet der Zugspitze.

Möglichkeiten vom Sonnalpin zum Gipfel

Von hier hast du zwei Möglichkeiten: Wenn du genug Energie und Zeit übrig hast, kannst du den Weg zur Gipfelplattform zu Fuß antreten. Hierzu führt der Weg steil ansteigend Richtung Gipfel. Für den Aufstieg werden ca. 1,5 Stunden angegeben.

Leider war bei mir die Zeit nicht mehr ausreichend, deswegen habe ich mich für die zweite Möglichkeit entschieden. Im Keller der Gletscherbahn erhältst du ein Ticket, um mit diesem zur Gipfelplattform der Zugspitze zu gelangen. Dieses gilt auch als Talfahrt mit der Seilbahn runter zum Eibsee. Die Gletscherbahn pendelt in sehr kurzen Takten zwischen dem Gletscher und der Gipfelplattform. Auf der Plattform angekommen hast du noch die Möglichkeit den richtigen Gipfel zu besteigen. Dieser ist abgesichert, dennoch erfordert es Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Eine kleine geführte Tour zum Gipfel wird ebenfalls angeboten, falls du dich nicht alleine traust.

Blick zum Eibsee von der Zugspitze

Die Talfahrt

Die Talfahrt mit der Seilbahn ist die einfachste Möglichkeit die Zugspitze zu verlassen. Die Bahn fährt ebenfalls regelmäßig. Hier solltest du die Uhrzeit für die letzte Talfahrt beachten. Preise und aktuelle Informationen findest du hier. 

Um zum Parkplatz am Olympiastadion zu gelangen fährt ein Bus regelmäßig nach Garmisch-Partenkirchen Bahnhof. Nach einem kurzen Umstieg fährt dich ein zweiter Bus gemütlich zum Olympiastadion. Falls du noch nicht genug gelaufen bist, kann das Stück vom Bahnhof auch gelaufen werden.

Die Seilbahn zur Zugspitze

Mein Fazit: Wandern auf die Zugspitze

Wandern auf die Zugspitze über das Reintal ist der längste Weg auf die Zugspitze. Allerdings ist dieser auch wunderschön. Hierfür solltest du eine sehr gute Kondition mitbringen und dich nicht vor vielen Höhenmetern scheuen. Falls du Zeit mitbringst, empfehle ich dir die Tour auf mindestens zwei Tage aufzuteilen. Da mir leider die Zeit weggelaufen ist, konnte ich das letzte Stück zur Gipfelpalttform nicht mehr aus eigener Kraft zurücklegen. Hier hätte sich eine Übernachtung auf einer der beiden Hütten gelohnt, um den Aufstieg komplett selbstständig zu bewältigen. Das Stück durch das Reintal ist auf breiten Wanderwegen. Im weiteren Aufstieg wandelt sich der Weg zu einer alpinen Tour, die nicht deine erste Wanderung in den Bergen sein sollte! Bedenke auch, wenn du abbrichst, dass du den gleichen Weg nach unten zurücklegen musst. Nur ab Sonnalpin bietet sich die Möglichkeit, mit der Zahnradbahn oder der Gletscherbahn und dann mit der Seilbahn den Weg nach unten anzutreten.

Das Wandern auf die Zugspitze als Tagestour hat mich sehr gefordert aber unwahrscheinlich viel Spaß gemacht. Ich bin mir sicher, dass ich nochmals wiederkommen und diese Route auf mindestens zwei Tage aufteile, um die besondere Stimmung im Reintal noch länger genießen zu können.

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